Baumlager

Leas Abenteuer

Unterwegs in den Frutiger Wäldern

Dreckige Kleider, Blätter in den Haaren und klebrige Hände – mit diesem Bild beginnt mein Blog über das Fichtenharz. Noch nicht gelesen? Dann wird es höchste Zeit. Den Blog findest du unten.


Mein Chef liess sich diese Beschreibung nicht zweimal sagen. „Was du schreibst, sollst du auch selbst erleben“, meinte er – und schickte mich kurzerhand in den Wald.

So kam es, dass ich an einem Donnerstagmorgen nicht wie gewohnt im Büro sass, sondern mich auf den Weg in die Frutiger Wälder machte.

Landschaft in Frutigen

Erst kurz zuvor hatte es in Frutigen geschneit. Entsprechend stellte ich mich auf einen kalten, vielleicht sogar ungemütlichen Morgen ein. In Frutigen traf ich mich mit einem engen Verwandten der puralpina-Familie. Er kennt die Wälder rund um Frutigen wie seine Westentasche und sammelt gelegentlich Fichtenharz für puralpina.


Mit spürbarem Stolz erzählt er mir von der Schönheit seiner Heimat im Berner Oberland – von Wäldern, Bergen und der besonderen Ruhe, die hier herrscht. Ich höre zu, staune … und merke schnell: Als Städterin kann ich da kaum mithalten.

Harz sammeln, ohne dass der Baum leidet

Mit dicken Handschuhen und Spachtel machen wir uns auf den Weg in den noch im Schatten liegenden Wald. Die Luft ist kühl, der Boden teilweise noch gefroren. Während ich mich erst an die Umgebung gewöhne, entgeht seinen geschulten Augen nichts. Wo ich achtlos vorbeigehen würde, entdeckt er bereits die ersten Spuren: herabtropfendes Harz, das am Stamm erstarrt ist.


„Vor allem an Strassenrändern oder in Gebieten mit Steinschlag findet man beschädigte Bäume – und damit auch viel Fichtenharz“, erklärt er mir und zeigt auf eine Stelle am Stamm.


Eines wird schnell klar: Die Bäume selbst zu verletzen, um an Harz zu kommen, ist tabu. „Der Baum soll und darf nicht leiden“, sagt er bestimmt. Gesammelt wird nur dort, wo die Natur bereits ihre Spuren hinterlassen hat. Am besten eignet sich Harz, das nicht mehr flüssig, aber auch noch nicht ganz ausgehärtet ist – die Konsistenz erinnert mich an Kaugummi. Am meisten Harz findet man im Frühjahr, da zu dieser Zeit der Saftfluss verstärkt ist.

Baumkronen
Harz sammeln im Wald

Vom Wald in unsere Produkte

Stundenlang streifen wir durch den Wald und sammeln Harz. Wir bahnen uns unseren Weg durch dichtes Geäst und Dickicht, halten immer wieder an. Staunend höre ich zu, was mir der ehemalige Jäger alles erzählt. Mir wird bewusst, wie wenig ich eigentlich über die Natur und ihre Tiere weiss. Es ist beeindruckend, was die Natur alles hervorbringt – das Fichtenharz ist nur ein kleiner Teil davon.

Damit die Wirkstoffe des Fichtenharzes aus dem Wald in unsere Produkte integriert werden können, wird das Harz im Öl auf rund 70 Grad Celsius erhitzt. Nach etwa zwei Stunden Ziehzeit gewinnt man aus dem harten Fichtenharz die für unsere Produkte wichtigen Eigenschaften.

Zurück in die Kindheit

Während mir die Kälte langsam durch jede Ritze meiner Kleidung kriecht, machen wir uns auf den Rückweg. Allmählich schafft es auch die Sonne über die Bergkette und taucht den Wald in ein sanftes Licht. Mit kalten Händen aber einem Lächeln im Gesicht verabschiede ich mich vom ehemaligen Jäger.


Und tatsächlich: Mit dreckigen Kleidern, Blättern in den Haaren und klebrigen Händen mache ich mich nach diesem erlebnisreichen Morgen auf den Weg nach Hause. Für diese spannenden Einblicke, und die kleine Reise zurück in meine Kindheit, haben sich die dreckigen Kleider mehr als gelohnt.


Einzig ein Detail stört mich ein wenig: Meine Eltern waschen meine Kleider inzwischen nicht mehr. Das muss ich jetzt selbst erledigen. 😉